Graveyard Keeper 2: Der Nachfolger ist da – lohnt sich das Comeback des Friedhofswärters?

Ich habe Stunden mit dem ersten Teil verbracht: „noch schnell ein Tag“ und „noch die eine Quest“. Nur 20 Minuten. Bei Graveyard Keeper waren es immer drei Stunden, weil man ja „nur noch schnell“ die Sägemühle automatisieren wollte. Jetzt ist Teil 2 da, und ich habe es vorbestellt. Wenn du dir erst die Fakten anschauen willst, habe ich sie hier.

Kurz und knapp: Die wichtigsten Fakten

  • Release: 22. September 2026 (bereits erschienen)
  • Entwickler: Lazy Bear Games, Publisher: tinyBuild
  • Plattformen: PC (Steam, Epic, GOG), PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S, Nintendo Switch, Nintendo Switch 2
  • Preis: ab 24,99 € (Steam), teils günstiger mit Vorbesteller-Rabatt
  • Multiplayer: Nein, reines Singleplayer-Spiel

In welches Genre gehört Graveyard Keeper 2?

Wer’s noch nicht kennt: Graveyard Keeper 2 ist eine Mischung aus Management-Simulation, Survival-Crafting und mittlerweile auch handfestem Taktik-Kampf. Grob gesagt bekommst du drei Spiele in einem:

Der Friedhofs-Teil funktioniert wie eine morbide Version von Stardew Valley – nur dass du statt Kürbisse zu ernten Leichen sezierst und ihre „Qualität“ für den Verkauf optimierst. Klingt creepy, spielt sich aber erstaunlich entspannt vor sich hin.

Der Automatisierungs-Teil erinnert mich an Factorio in klein: Zombies übernehmen die Fließbandarbeit in deiner Fabrik, du optimierst Produktionsketten. Wer schon mal stundenlang Förderbänder in einem anderen Spiel verlegt hat, weiß, wie gefährlich dieser Sog sein kann.

Und komplett neu für die Serie: Ein waschechtes Kampf- und Basisverteidigungs-System. Als Großinquisitor musst du die von einer Zombie-Apokalypse verwüstete Stadt wiederaufbauen und vor weiteren Angriffen schützen. Du baust Türme und Befestigungen, rüstest deine Zombie-Truppen aus und schickst sie in umkämpfte Stadtviertel – das hat schon einen Hauch von Tower Defense, gepaart mit leichtem Age of Empires-Feeling, nur mit weniger Bronzezeit und mehr Verwesungsgeruch.

Kurz gesagt: Wirtschaftssimulation trifft Survival-Crafting trifft leichtes Taktik-Game, alles verpackt in schwarzem Humor.

Ist Graveyard Keeper 2 ein würdiger Nachfolger?

Ja, mit deutlich mehr Ambition. Die Handlung setzt einige Jahre nach den Ereignissen des ersten Graveyard Keeper ein, du schlüpfst wieder in die Rolle des amnesischen Friedhofswärters, landest aber in einer größeren, komplexeren Welt. Für Wärter-Veteranen fühlt sich das Spiel sofort vertraut an, und viele Abläufe sind identisch, andere sind leicht modifiziert.

Was sich konkret ändert:

Größere Welt. Der Entwickler beschreibt eine größere Welt als im ersten Teil: die südlichen Außenbezirke, ein weiteres Dorf mit Taverne, ein weiterer Wald und Sumpf, eine weitere Kirche und ein weiterer Friedhof. Man erobert Bezirk für Bezirk zurück statt, wie im Original, an einem Ort zu bleiben.

Grafik-Sprung. Das Original war 2D-Pixelart, Teil 2 wurde mit der Unity-6-Engine als waschechtes 2.5D/3D-Spiel neu aufgebaut. Wer sich an das erste Teil erinnert: Das ist ein größerer optischer Sprung, als der Trailer vermuten lässt.

Die Stadt lebt mit. Statt eines statischen Endziels beschreiben die Entwickler die Stadt als System, das nach dem Ende der Story weiterläuft und sich eigenständig entwickelt – kein „Ende erreicht, Spiel vorbei“, sondern eher ein Sim-City-artiger Dauerlauf.

Vollvertonung. Dem zweiten Teil der Reihe wurde eine vollumfängliche Sprachausgabe spendiert, was auch etwas komisch wirkt manchmal – im Original war fast alles Text.

Früherer Zugang zu vielen Technologien. Ob Zombies oder Glaube. Es gibt sie früher und sie sind wichtiger als früher. Man muss also strategischer planen.

Wer den ersten Teil wegen der drögen Spätspiel-Phase liegengelassen hat: Genau das war die größte Kritik am Original, und die Entwickler haben laut eigenen Aussagen gezielt an Automatisierung und Kampf-Tiefe nachgebessert, damit einem im letzten Drittel nicht die Beschäftigung ausgeht.

Preis: Was kostet Graveyard Keeper 2?

Der Preis schwankt je nach Store spürbar:

StoreRegulärer PreisVorbesteller-/Launch-Rabatt
Steam24,99 €19,99 €
PlayStation Store19,99 €15,99 € (mit PS Plus)
Xbox Store25,99 €20,79 €

Eine Deluxe- oder Collector’s Edition ist nicht angekündigt. Ich würde einfach den Store nehmen, wo du sowieso schon bist – große Unterschiede zwischen den Plattformen selbst gibt’s preislich nicht, nur zwischen den Rabattaktionen.

Systemanforderungen für den PC

Falls dein Rechner auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat wie meiner – hier die offiziellen Angaben:

MinimumEmpfohlen
BetriebssystemWindows 10 x64Windows 10 x64
ProzessorIntel Core i3 (13. Gen.)Intel Core i5 (13. Gen.)
Arbeitsspeicher6 GB RAM8 GB RAM
GrafikkarteGeForce GTX 1650GeForce RTX 3060
DirectXVersion 12Version 12
Speicherplatz4 GB4 GB

Zwei Dinge, die mich überrascht haben: Erstens ist der Speicherbedarf mit 4 GB winzig – da braucht man heute für ein Update von Call of Duty mehr Platz. Zweitens ist die Prozessor-Anforderung ziemlich konkret auf 13.-Generation-Intel-Chips gemünzt, was für ein optisch eher gemütliches Spiel überraschend hoch wirkt (der 3D-Wechsel dürfte der Grund sein). Wer noch mit älterer Hardware unterwegs ist, sollte vor dem Kauf lieber erst die kostenlose Demo testen.

Konsolen brauchen sich darum natürlich keine Gedanken machen – da läuft es mit fester Hardware.

Auf welchen Plattformen läuft Graveyard Keeper 2?

PC über Steam sowie PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch und Nintendo Switch 2, dazu auf dem PC auch Epic Games Store und GOG. Steam Deck-Spieler dürfen sich freuen: Das Spiel ist als Deck-verifiziert gelistet.

Speichertransfer zwischen Plattformen gibt’s übrigens nicht – wer auf der Demo weiterspielen will, muss das auf derselben Plattform tun, auf der er die Vollversion kauft.

Was ist inhaltlich neu? Die wichtigsten Features im Überblick

  • Zombie-Automatisierung 2.0: Deine untoten Arbeiter agieren selbstständiger und übernehmen wiederkehrende Aufgaben in der Produktion
  • Stadt-Wiederaufbau: Häuser restaurieren, Läden und Cafés eröffnen, Bewohnerquests erledigen
  • Zombie-Armee: Truppen ausrüsten, trainieren und in Gebietsschlachten gegen Invasoren schicken
  • Talent-System: Der bekannte Tech Tree kehrt zurück, ergänzt um eine neue Talent-Schicht
  • Kein Teleportstein mehr: Schnellreise wird stattdessen über Meilensteine freigeschaltet
  • Elf Interface-Sprachen inklusive Deutsch, dazu die erwähnte Vollvertonung

Gibt es schon geplante DLCs oder Updates?

Hier muss ich ehrlich sein, weil im Netz schon einiges an Spekulation kursiert: Offiziell bestätigt ist bisher kein Story-DLC. Was tatsächlich existiert, ist der übliche Launch-Support: Update 1.005 ist der aktuelle offizielle Patch, veröffentlicht am 24. September, der blockierte Forschung, Krematorium- und Wiederbelebungsprobleme, Zombie-Verhalten sowie UI-, Bewegungs- und Performance-Bugs behebt.

Grund zur Hoffnung auf mehr Inhalte gibt’s trotzdem: Der erste Teil bekam über die Jahre drei waschechte Story-DLCs. Bei einem Spiel, das schon vor Release wirtschaftlich erfolgreich war, würde ich fest mit ähnlichem Nachschub rechnen – nur eben noch ohne offizielle Ankündigung. Mod-Support ist zum Launch übrigens ebenfalls nicht bestätigt, weil der Wechsel auf die neue 3D-Engine die Workshop-Tools des Originals nicht einfach übernehmen lässt.

Mein Fazit

Für alle, die den ersten Teil mochten, aber im späteren Spielverlauf die Luft raus war: Graveyard Keeper 2 packt genau da mehr Tiefe drauf, wo der Vorgänger dünn wurde – Kampf, Automatisierung, eine Stadt, die sich wirklich anfühlt wie ein lebendiges System statt eine Checkliste. Der Umstieg auf 3D ist mutig für eine Reihe, die von ihrem Pixelcharme lebte, aber nach allem, was ich gesehen habe, bleibt der schwarze Humor zum Glück, wo er hingehört: überall.


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